Die TPD2 und was sie für Dampfer bedeutet

17.10.2017 16:17 | 0 Kommentare

Auch als Neueinsteiger im Dampfbereich hast du sicherlich schon mindestens einmal von der TPD2 gehört. Meist vermutlich in einem negativen Zusammenhang, wenn nicht sogar vom “Ende der E-Zigarette” gesprochen wurde. Doch was ist die TPD2 eigentlich genau und welche Folgen hat sie für dich als Dampfer persönlich und für die E-Zigaretten Hersteller und E-Zigaretten Händler wie uns? Welche Produkte sind genau betroffen? Diesen Fragen wollen wir im folgenden Artikel nachgehen.

Was ist die TPD2?

TPD2 ist die Abkürzung für “tobacco products directive 2” und bezeichnet die zweite Tabakproduktrichtlinie, die für alle Länder innerhalb der EU gilt. Diese wurde bereits vor Jahren beschlossen, in Deutschland allerdings erst im Mai 2016 umgesetzt. “Moment”, magst du dir jetzt denken, “Was habe ich als Dampfer mit Tabakprodukten zu tun?” Nun, leider enthält die TPD2 auch Regelungen, die die Dampfergemeinde betreffen. Und diese sind teils nicht ohne. Unter anderem gelten seit Inkrafttreten der Richtlinie folgende Einschränkungen:

  • Neue Geräte (auch Verdampfer) müssen vom Hersteller mindestens sechs Monate vor Markteinführung angemeldet werden, sonst dürfen sie nicht verkauft werden.
  • Liquids und Basen mit Nikotin dürfen nur noch in einer maximalen Größe von 10 ml verkauft werden.
  • Die Werbemöglichkeiten für Hersteller und Händler wurden stark eingeschränkt. So darf nur noch dort geworben werden, wo Zigarettenhersteller dies auch dürfen. Werbung im Internet ist seitdem auch tabu.
  • Es dürfen keine Liquids oder Basen mehr verkauft werden, die mehr als 20 mg/ml Nikotin enthalten.
  • Liquidverpackungen müssen mit großen Warnhinweisen versehen werden und auch bestimmte Beipackzettel sind seitdem vorgeschrieben.
  • E-Zigaretten und Liquids dürfen nur noch an volljährige Personen verkauft werden. An diese Regel haben sich seriöse Händler vorher zwar schon vorher gehalten, allerdings ist beim Verkauf von Waren über das Internet nun auch eine doppelte Altersidentifikation vorgeschrieben, was in der Praxis mit einigem Aufwand und hohen Kosten für die Händler verbunden ist.

Inwiefern schränkt die TPD2 mich als Dampfer ein?

Wenn du lediglich fertige Liquids kaufst hat sich für dich eigentlich nicht viel geändert: Liquids mit einem Nikotingehalt von mehr als 20 mg/ml sind bei modernen Verdampfern ohnehin nicht mehr nötig, Packungsbeilagen und -beschriftungen dürften dich kaum stören und auch ob ein neues Produkt ein wenig später erscheint wird dir vermutlich nicht wichtig sein. Was dich ärgern könnte ist die Begrenzung von Gebindegrößen nikotinhaltiger Produkte auf höchstens 10 ml - schließlich gab es vorher Liquids in Größen von 30 ml, 50 ml oder gar 100 ml im Verhältnis viel günstiger als 10 ml Flaschen. Die doppelte Altersidentifikation bei Onlinebestellungen mag zwar etwas nervig sein aber auch damit kann man leben. Ganz anders sieht es jedoch für die Selbstmischer unter den Dampfern aus.

Änderungen für Selbstmischer

Am härtesten auf Konsumentenseite hat die TPD2 zweifelsohne die Selbstmischer unter den Dampfern getroffen. Der Verkauf von nikotinhaltigen Flüssigkeiten in Gebindegrößen von über 10 ml wurde komplett verboten. Wer sich früher günstig eigene Liquids literweise anmischen konnte schaut nun in die Röhre: Die Herstellung von größeren Mengen nikotinhaltiger Liquids ist natürlich um ein Vielfaches teurer geworden. Zwar haben findige Hersteller mit der Einführung von Nikotin Shots Basen mit dem maximal erlaubten Nikotingehalt von 20 mg/ml auf den Markt gebracht, doch auch diese dürfen leider nicht mehr als 10 ml fassen.

Profidampfer, die aktuelle Trends mitverfolgen und am liebsten jedes neue Gerät sofort in den Händen halten würden, dürfte die 6-monatige Anmeldefrist für Hardware besonders ärgern. Die im Vorfeld stark verbreitete Sorge in der Dampferszene, dass Tankgrößen von Verdampfern auf lediglich 2 ml beschränkt werden könnten, ist glücklicherweise nicht eingetreten. Wer gerne und viel mit ordentlich Leistung dampft hätte sonst ständig seinen Tank nachfüllen müssen.

Die TPD2 - Fazit

Lange wurde das Ende des Dampfens durch die TPD2 vorausgesagt. Die Dampfcommunity überbot sich quasi mit Schreckensszenarien, die dazu führten, dass nicht wenige passionierte Dampfer sich gleich mit einem Lebensvorrat an Base eindeckten und extra Kühlschränke und Tiefkühltruhen zur Lagerung anschafften. Auch über Aktionen zivilen Ungehorsams bis hin zur Bildung einer “Untergrund Dampferszene” war teils die Rede.

Die bisherige Umsetzung in Deutschland hat jedoch eher einmal wieder den Spruch “Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird” bewahrheitet. Der “Normaldampfer”, der nicht hinter den neuesten Produkttrends hinterherläuft (und sich ärgert, dass Fristen eingehalten werden müssen) sowie Fertigliquids kauft, war von der TPD2 bisher eher wenig betroffen. Härter hat es da schon, wie beschrieben, die Selbstmischer erwischt sowie natürlich die Hersteller und Händler. Wer bisher keinen großen Kundenstamm hatte kann aufgrund des Werbeverbots nun viel schlechter potentielle Neukunden ansprechen.

Die Community ist weiterhin stark und bisher fand auch nicht die befürchtete Unterbindung von freiem Meinungsaustausch unter Dampfern in Foren, Gruppen oder an Stammtischen statt. “Tricksereien” von Herstellern und Händlern, also kreative Versuche die neue Gesetzgebung zu unterwandern (beispielsweise durch die Umbenennung von nikotinhaltigen Basen in Großgebinden),  führten hingegen bislang zu nichts.


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